Archiv – Auf dem Weg zur Erleuchtung

Liebe Freunde, in diesem Blog werden philosophische Fragen und Erfahrungen ausgetauscht. Das Ziel ist, ein tieferes Verständnis über die eigene Wahrheit zu gewinnen. Die Wahrheit kannst Du in diesem Moment erfahren - indem Du es zulässt.

"Hat die Erfahrung von der Gegenwart etwas mit der Erleuchtung zu tun?" 1. Teil

Viele spirituelle Lehrer wie Ramana Maharshi, Papaji, Bhagvan, Osho, Samarpan, Eckard Tolle, Pyr Troll, Maduka, Ramesh S. Balsekar, Satyam Nadeen, Christian Meyer, Robert Adams (er erwachte im Alter von 14 Jahren) etc. sprechen vom „Hier und Jetzt“, der Gegenwart und in diesem Zusammenhang vom Erwachen bzw. von Erleuchtung.

Sicherlich sind spirituelle Lehrer wie auch einige ihrer Schüler und auch andere Menschen durch bestimmte Bewusstseinsübungen wie das Üben in der Präsenz zu sein und zu bleiben erwacht.

Wie man oft von den Erwachten hört kann, kann das Erwachen sofort und unmittelbar (plötzlich) oder nach einer gewissen, relativ kurzen Übungsphase geschehen.

So wird von Ramana Maharshi gesagt, dass er eines Tages spürte, dass er bald sterben würde. Er nahm sich vor, den Sterbeprozess ganz bewusst zu erleben. Er wollte also nicht unbewusst in den Tod gehen, sondern wollte alle Einzelheiten des Sterbeprozesses bewusst miterleben. (Der Tod ist sicherlich die größte Herausforderung für den Menschen, weil der Geist beim Sterben keine große Möglichkeit hat, sich mit anderen Dingen als mit dem Sterben zu beschäftigen, also ganz präsent zu sein.) In diesem unausweichlichen Vorgang des Sterbeprozesses ist Ramana Maharshi erwacht - der körperliche Tod ist nicht, wie Ramana Maharshi glaubte, eingetreten.

Aus dieser Erfahrung - ganz mit seiner Aufmerksamkeit in der Gegenwart zu sein, um dadurch zu erwachen - hat Ramana Maharshi seine Lehre abgeleitet. Er sagte: „Das Erwachen geschieht, wenn man mit dem Denken über die Vergangenheit und die Zukunft aufhört. Wenn unser Geist nicht von der Vergangenheit oder der Zukunft in Besitz genommen wird, dann ist man ganz in der Gegenwart.“

Ich bin sicher und es wird auch in den Biographien von vielen Erwachten bestätigt, dass alle spirituellen Lehrer/Menschen, die plötzlich erwacht sind, in der Vergangenheit, wozu ich die vergangenen Leben auch zähle, umfangreiche spirituelle Vorarbeiten geleistet haben, wodurch das schnelle oder sogar plötzliche Erwachen stattfinden konnte.

Wenn man das Nervensystem durch spirituelle Praktiken genügend gereinigt hat, dann kann z.B. eine Anweisung von einem spirituellen Lehrer, ganz im „Hier und Jetzt“ zu sein oder ein Unfall oder ein Schock oder ein Bienenstich zum Erwachen führen, was aber nicht bedeutet, dass ein Unfall, ein Schock oder ein Bienenstich zum Erwachen führt, sondern diese Ereignisse, sowie die Hinweise von einem Erwachten, ganz im „Hier und Jetzt“ zu sein, können die letzte Erfahrung sein, damit all die geleisteten Vorarbeiten aus der Vergangenheit zum Tragen kommen, um zu erwachen.

Hat die Erfahrung der Gegenwart (des Jetzt) etwas mit Erleuchtung zu tun?

Nun, um diese Frage zu beantworten, müssen wir erst einmal klären und verstehen, was die Gegenwart überhaupt ist.

Die Gegenwart steht zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Sie wird auch als zeitloser Zustand betrachtet.

Um ganz gegenwärtig zu sein, muss man die Vergangenheit und die Zukunft aus unserem Geist entfernen - wodurch auch das besitzergreifende Ego ausgelöscht wird. Ich denke, dass dies die Hauptbelehrung der oben aufgeführten Erwachten ist.

In meinem Rundschreiben Nr. 83 sagte ich, dass die Gegenwart und die Transzendenz identisch sind: daraufhin schrieb mir Jürgen Eichholz folgende zwei Emails:

ich freue mich stets über Deine Beiträge. Zum obigen Thema eine kurze Anmerkung:

Sprachlich legt der Begriff "Gegenwart" immer auch eine Zeitform nahe, die in der Verbundenheit mit Vergangenheit und Zukunft ja auch nur eine relative, sich wandelnde Bedeutung hat. Vielleicht hilft ein Erwähnen, dass der Sinn mit "gegenwärtig sein", "präsent sein" eher zum Ausdruck kommt, einer unnötigen Verwirrung vorzubeugen.

Abhängig vom Ausmaß, in dem man "bewusstes SEIN" lebt, kann sie kaum gegenwärtig oder eben auch unbegrenzt sein. Erst dann leben wir dauerhaft im Hier und Jetzt.

Liebe Grüße, auf dass wir uns alle dort bald wieder treffen.

natürlich kannst Du das Thema in Deinem PRS verwenden. 

Für mich ist diese Formulierung aufgetaucht, als ich mal über die häufig verwendete Floskel "im Hier und Jetzt sein" nachgedacht habe. Natürlich befindet sich unser Körper, so lange es ihn gibt, stets in der Gegenwart. Vergangenes ist vorüber, das Zukünftige hat sich noch nicht manifestiert. Die permanenten Transformationen im Relativen lassen die dazwischen liegende Gegenwart aber nur einem kleinen Punkt sein, der im nächsten Moment schon wieder vergangen ist. Die objektive Welt ist in permanentem Fluss.

Unser Erleben dieser Vorgänge ist wie bei allem aber höchst unterschiedlich. Ein Mensch beschäftigt sich in seiner Wahrnehmung vielleicht viel mit dem, was gewesen ist, der Vergangenheit. Daran kann man nichts mehr ändern. Zu anderen Zeiten beschäftigt sich die Aufmerksamkeit dann wieder mit dem, was noch kommen soll, der Zukunft. Auch darauf kann man seinen Finger nicht direkt legen. 

Nur dann, wenn sich unsere Aufmerksamkeit unabgelenkt an diesem Verbindungspunkt zwischen Vergangenem und Entstehendem befindet, ergeben sich zwei Dinge: Zum Einen erfahren wir, was tatsächlich gerade jetzt IST und zum Anderen können wir gezielt etwas einfließen lassen, Einfluss nehmen, auf den Prozess der ablaufenden Veränderung.

Hier ist also die "unabgelenkte Aufmerksamkeit", die vom Veränderungsprozess nicht irritiert wird, der entscheidende Faktor. Gegeben ist dies in vollständiger Ausprägung im viel diskutierten "Reinen Bewusstsein". Nicht abgelenkt sein, im Sein sein.

Schlussfolgerung für mich: Je andauernder der Zustand der "unabgelenkten Aufmerksamkeit", das Reine Bewusstsein im Bewusstsein des erfahrenden Menschen ist, desto mehr ist er sich des Tatsächlichen gegenwärtig, und um so "größer" ist für ihn die Gegenwart. Dann ist immer Hier und Jetzt.

Auch hier also ist die Wahrnehmung der Gegenwärtigkeit eine Frage des Bewusstseinszustandes.

Meine Antwort an Jürgen war:

Lieber Jürgen, danke für Deine bereichernden Beiträge. Die Gegenwart ist also nach Deinen Ausführungen eine Zeitform, und die Erleuchtung bzw. das Sein sind jenseits der Zeit und somit hat die Erleuchtung nichts mit der Gegenwart zu tun. Wenn jedoch jemand erleuchtet ist, dann ist diese Person bei ihren Handlungen stets gegenwärtig - im „Hier und Jetzt“.

“Die Schöpfung besteht aus Beziehungen“

Meine persönlichen Erfahrungen mit der Transzendentalen-Meditation (TM)

„Deine Persönlichkeit bestimmt über den Grad von Glück, Freude und Erfolg“

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Advaita heißt ''Nicht-Zweiheit'', und Vedanta heißt ''Ende des Wissens''

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